8. Oktober 2012

Frage zur Natur des Geistes


Frage und Antwort mit S.E. Garchen Rinpoche während des Amidewa Retreats 2012 in Singapur


Frage.: Rinpoche sagte, dass wer auch immer die Natur des Geistes erkennt, Buddha sei.
Kann Rinpoche das bitte weitergehend erklären?

GR.: Fühlende Wesen glauben an eine Subjekt-Objekt-Dualität. Sie denken, sie selbst seien von den anderen da draußen getrennt.
Wenn Du den natürlichen Zustand direkt erlebst, fallen all diese Ideen und Fixierungen weg.
Wenn das Denken von „Selbst“ und „Anderen“ wegfällt, wenn man nicht an den gewohnten, konzeptuellen Gedanken festhält, erkennt man, dass die Natur des Geistes tatsächlich wie der [leere] Raum ist.
Im [leeren] Raum gibt es weder Trennung noch Dualität.
Getrenntsein ist nur eine mentale Konstruktion.
Wenn diese mentalen Fabrikationen in sich zusammenfallen, wird man die endlose, raum-gleiche Natur des Geistes erleben. Es ergibt sich ein Gefühl von Weite und Frieden.

Wissend, dass die fühlenden Wesen diese Wirklichkeit nicht realisiert haben, wahrt man bedingungsloses Mitgefühl.
Im natürlichen Zustand des Geistes zu verweilen, ist ein höchst friedlicher und freudvoller Zustand.

Aber die fühlenden Wesen haben ihre eigene, wahre Natur nicht erkannt. 
Mit verwirrtem Geist leiden sie endlos im illusorischen Samsara.
Das ist enorm schade. 
Deshalb weitet sich das Mitgefühl derer, die die Wirklichkeit erkennen, natürlicherweise noch aus.

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Erinnerungen der Güte, des Mitgefühls und Deiner eigenen wahren Natur, von Seiner Eminenz Garchen Rinpoche.

Übersetzungs copyright der deutschen Fassung © 2012 Daniela König. Redigiert von Ulli Kupzog.
Übersetzungs copyright der englischen Fassung © 2012 Ina Bieler.
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Alle anderen Rechte sind vorbehalten.

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Q&A with HE Garchen Rinpoche during 2012 Amidewa Retreat in Singapore



Q: Rinpoche said that whoever realizes the nature of mind is Buddha. Can Rinpoche please explain this further?

GR: Sentient beings believe in a subject-object duality, they think that they themselves are separate from the others out there. When you directly experience the natural state, all these ideas and fixations fall apart. When the thinking of self and others falls apart, when one doesn't cling to the habitual discursive thoughts, one realizes that the nature of mind is actually like space. There is no separation or duality in space. Separation is only a mental construct. When these mental fabrications collapse one will know the endless space-like nature of mind. There is a sense of ease and peace. Knowing that sentient beings have not realized this reality, one maintains unconditioned compassion. Abiding in the natural state of mind is a most peaceful and joyous state. But sentient beings have not seen their own true nature, with confused minds they endlessly suffer in illusory samsara. This is a great pity, thus the compassion of those who know reality naturally prevails.


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Reminders of Kindness, Compassion, and Your Own True Nature by Kyabje Garchen Rinpoche

Translation copyright © 2012 Ina Bieler. All rights reserved.
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30. September 2012

Nutzen der Mantra Rezitation und Buddha-Visualisation



Auszug aus S.E. Garchen Rinpoches Teachings während des 100 Millionen AMIDEWA-Mantra-Anhäufungsretreat im Garchen Center in Singapur, Dri Thubten Dargye Ling

Warum rezitieren wir Buddha Amitabhas Mantra?


Was ist der Zweck der Mantra-Rezitation?
Es entsteht großes Verdienst aus dem Rezitieren des Amidewa-Mantras mit Glauben und Hingabe, ...aber es ist sogar von noch größerem Nutzen, seinen Zweck wirklich zu verstehen.

Seit anfangsloser Zeit in Samsara haben wir uns angewöhnt, an eine konkrete Realität zu glauben. Wir haften an der inhärenten, wahren Existenz aller Erscheinungen.
Diese Fixierung hat eine tiefe Prägung in unserem Geist gebildet, die uns zwingt, unseren gewohnheitsmäßigen Mustern zerstörerischer Gedanken, wie etwa Zorn, Eifersucht und so fort, zu folgen.
Diese Emotionen sind die Ursache großen Leids für unseren Körper und Geist.
Auch wenn wir diese Heimsuchungen nicht sehen können, ist ihre Energie überaus machtvoll.
Das Gefühl mag uns so sehr überwältigen, dass wir es nicht ertragen können.
Diese machtvollen Emotionen sind unsere gewohnheitsmäßigen Prägungen, und wenn sie entstehen, können wir sie nicht einfach loslassen.

Wenn wir die Gottheit praktizieren, bereinigen wir diese Prägungen.
Durch das Visualisieren der Gottheit, wie etwa Amitabha, werden unsere gewohnheitsmäßigen Prägungen, hinsichtlich unseres Körpers, gereinigt.
Durch das Rezitieren des Mantras, werden unsere gewohnheitsmäßigen Prägungen, hinsichtlich unserer Sprache, gereinigt.
Zumindest für die Zeit, in der wir tatsächlich praktizieren, wird sich unser Geist friedlich und glücklich fühlen.
Der Eisblock der Selbstanhaftung wird ein wenig schmelzen.

Im Amitabha Sadhana heißt es:
"Das Dharma-Rad des unaufhörlichen Mitgefühls wird sich immer drehen.“

Selbst wenn fühlende Wesen durch ihr Greifen nach einem Selbst verschleiert sind, besitzen sie doch die Buddhanatur, die ein unaufhörliches Kontinuum ist. Diese Natur ist Weisheits-Gewahrsein, und da dieses unaufhörlich ist, gibt es niemanden, der nicht zumindest etwas Mitgefühl besitzt.
Selbst wenn die Wesen kein unermessliches Bodhicitta entwickelt haben, so besitzen sie doch alle Liebe, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Wer auch immer einen Geist hat, besitzt folglich natürlicherweise ein ununterbrochenes Kontinuum aus Weisheit und Mitgefühl.
Da Geist selbst nicht zerstört werden kann, ist es für dieses Kontinuum aus Weisheit und Mitgefühl nicht möglich, zu degenerieren.

Wenn Du verstehst, dass alle fühlenden Wesen das Potential besitzen, Erwachen zu erlangen, hast Du die Essenz des Vajrayana verstanden.
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Erinnerungen der Güte, des Mitgefühls und Deiner eigenen wahren Natur, von Seiner Eminenz Garchen Rinpoche.

Übersetzungs copyright der deutschen Fassung © 2012 Daniela König. Redigiert von Ulli Kupzog.
Übersetzungs copyright der englischen Fassung © 2012 Ina Bieler.
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Alle anderen Rechte sind vorbehalten.

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Excerpted from H.E. Garchen Rinpoche's teachings during the 100 Million Amidewa Mantra Accumulation Retreat at the Garchen Center in Singapore, Dri Thubten Dargye Ling:

 
Why are we reciting the Buddha Amitabha's mantra? 
What is the purpose of mantra recitation? 
There is a great merit from reciting the Amidewa mantra with faith and devotion but it is of even greater benefit to truly understand its purpose. Since beginningless time in samsara, we have habituated to a belief in a concrete reality, we cling to the inherently true existence of all appearances. This fixation has formed a deep imprint in our mind which compel us to follow our habitual patterns of destructive thoughts such as anger, jealousy, and so forth. These emotions are the cause of great suffering for our body and mind. Even though we cannot see these afflictions, their energy is extremely powerful and the feeling may overwhelm us so much that we cannot bear it. These powerful emotions are our habitual imprints, and when they arise, we cannot let them go. When we practice the deity we purify these imprints. By visualizing the deity, such as Amitabha, our habitual imprints with regard to our body are purified. By reciting the mantra our habitual imprints with regard to our speech are purified. At least for the time when we actually practice, our mind will feel peaceful and happy. The ice-block of self-grasping will melt a bit. In the Amitabha sadhana it says: "The Dharma wheel of unceasing compassion will always turn." Even though sentient beings are obscured by self-grasping, they possess buddha-nature which is an unceasing continuum. This nature is wisdom awareness and since it is unceasing there is no one who does not possess at least some compassion. Even if beings have not developed vast bodhichitta, they all possess love at least to some degree. Thus, whoever has a mind naturally possesses an unbroken continuum of wisdom and compassion. Since mind itself cannot perish, it is impossible for this continuum of wisdom and compassion to degenerate. If you understand that all sentient beings have the potential to attain enlightenment, you have understood the essence of Vajrayana. 

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Reminders of Kindness, Compassion, and Your Own True Nature by Kyabje Garchen Rinpoche Translation copyright © 2012 Ina Bieler. All rights reserved. The quotes may be forwarded to friends, but all other uses are reserved.

19. August 2012

Vers 11: Die 37 Boddhisattvaübungen

Alles Leid ohne Ausnahme entsteht aus dem Wunsch nach eigenem Glück.
Die vollkommenen Buddhas werden aus dem altruistischen Geist geboren. Deswegen, vollständiges Austauschen des eigenen Glücks gegen das Leid anderer, ist des Bodhisattvas Praxis.
(übersetzt nach Ari Kievs neuer Übersetzungs-Version 2012, redigiert Sonam Spitz 2013)

Alle Buddhas der Vergangenheit, Gegenwart, und Zukunft, entstehen aus Bodhicitta. 
Zu Beginn war Buddha Shakyamuni ein ganz normales Wesen wie wir. Nachdem er Bodhicitta anwachsen ließ, sammelte der Buddha anschließend, drei endlose Äonen hindurch, Verdienst an, und erlangte schließlich die vollständige Erleuchtung.

Was wir Verdienst nennen ist nichts anderes als Liebe und Mitgefühl für fühlende Wesen.
Wenn wir Tugendhaftigkeit praktizieren mit Mitgefühl für alle Wesen, nennt man dies Verdienst.
Wenn wir Tugendhaftigkeit praktizieren ohne Mitgefühl, nennt man dies nicht Verdienst.

Wenn wir andere wirklich lieben, werden wir leicht unser eigenes Glück gegen ihr Leid eintauschen.
Einige Menschen sind von Natur aus sehr mitfühlend, dies ist so aufgrund des Verdienstes, das sie in der Vergangenheit angesammelt haben.
Wir sind mitfühlend, weil wir andere lieben. Wenn wir sie nicht lieben würden, dann würden wir sie nicht wichtig nehmen. 
Allein wenn Du andere liebst und siehst, dass sie endloses Leid erfahren, wird Dich ein unerträgliches Gefühl überkommen. Du kannst es nicht ertragen sie leiden zu sehen, Du möchtest irgendetwas tun, um sie vom Leid zu befreien.
Das ist Mitgefühl.

Die Wurzel all des endlosen Leids ist Selbstanhaftung. 
Das Einzige was Selbstanhaftung zerstört, ist Liebe.
Dementsprechend ist das, was diese Wesen benötigen, Liebe und Mitgefühl.
Wenn Liebe ihren Geist durchdringt, werden ihr negatives Karma und ihr Leid dahin schmelzen.
Zum Beispiel, wenn alle Menschen in einem Kriegsgebiet ganz plötzlich Liebe entstehen lassen würden, würde ihr Leid enden.
Ihr Hass und ihre Eifersucht würden augenblicklich verschwinden.
Dementsprechend würde ihr negatives Karma gereinigt werden.
Bodhicitta ist die stärkste Art, um negatives Karma zu reinigen und Leid zu vertreiben.
Wenn negatives Karma und Verdunkelungen gereinigt worden sind, schmelzen sie dahin, wie Schnee in der Sonne.
Wenn der Schneeberg sehr hoch ist, wirst Du nicht merken, dass etwas Schnee geschmolzen ist, nichtsdestoweniger passiert Wandel Moment für Moment.

Wenn Du wirklich den Schmerz verstehst, der durch Selbstanhaftung erschaffen wird, wenn Du wirklich darauf vertraust, dass das Streben nach Deinem eigenen Glück die Ursache des Leids ist und Dir seit anfangslosen Zeiten in Samsara niemals Glück gebracht hat, wirst Du fähig sein, die innere Stärke hervorzubringen, um Deinen Geist zu transformieren.
Wenn Du wirklich die Ausweitung des Reichtums des Verdienstes verstehst, errungen durch Bodhicitta, dann wird es leicht und freudvoll sein, anderen Gutes zu tun.

Zum Beispiel glauben wir, dass wir müde sind, weil wir zu viel arbeiten.
In Wirklichkeit grollen wir, weil unsere Bezahlung nicht gut genug ist.
Stell Dir vor, jemand würde zu Dir sagen:
„Ich werde Dir zehn Millionen Dollar anbieten, wenn Du heute für mich arbeitest.“
Wärst Du zu müde es zu tun? 
Viel wahrscheinlicher würdest Du Dein bestes Benehmen an den Tag legen.
Das Verdienst, das durch das Anwachsen lassen von Bodhicitta gewonnen wird, ist ein weit größerer Reichtum, als zehn Millionen Dollar.

Die Vorteile von Bodhicitta verstehend, sind Bodhisattvas unermüdlich.

Wenn Du siehst, wie Deine Liebe andere berührt, wird es zu Deinem Glück werden, Dein Glück anderen zu schenken.


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Erinnerungen der Güte, des Mitgefühls und Deiner eigenen wahren Natur, von Seiner Eminenz Garchen Rinpoche.

Übersetzungs copyright der deutschen Fassung © 2012 Daniela König.
Übersetzungs copyright der englischen Fassung © 2012 Ina Bieler.
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The 37 Bodhisattva Practices Series:

Verse 11:


"All suffering without exception comes from wishing for one's own happiness. The perfect buddhas arise from the altruistic mind. Therefore, completely exchanging one's own happiness for the suffering of others is the bodhisattvas' practice."

All the buddhas of the past, present, and future arise from bodhichitta. In the beginning, the Buddha Shakyamuni was an ordinary being like us. Having given rise to bodhichitta, the Buddha then accumulated merit throughout three endless eons, and finally attained complete enlightenment. What we call merit is nothing else than love and compassion for sentient beings. If we practice virtue with compassion for all beings, it is called merit. If we practice virtue without compassion it is not called merit. If we truly love others, we will easily exchange our own happiness for their suffering. Some people are naturally very compassionate, this is due to the merit they have accumulated in the past. We are compassionate because we love others. If we would not love them, we would not care about them. But if you love others and see that they experience endless suffering, an unbearable feeling will overcome you. You cannot bear to see them suffer, you want to do anything to free them from suffering. This is compassion. The root of all the endless suffering is self-clinging. The only thing that destroys self-clinging is love. Thus what those beings need is love and compassion. If love permeates their mind, their negative karma and suffering will melt away. For example, if all the people in a war-zone would give rise to love all of a sudden, their suffering would end. Their hatred and jealousy will disappear right there. Thus their negative karma would become purified. Bodhichitta is the most powerful way to purify negative karma and dispel suffering. When negative karma and obscurations become purified, they melt away like snow melting in the sun. If the snow mountain is very large you will not notice that some snow has melted, nevertheless, change happens moment by moment. If you really understand the pain that is created by self-clinging, if you really trust that striving for your own happiness is the cause of suffering and has never brought you happiness since beginningless time in samsara, you will be able to generate the inner strength to transform your mind. If you really understand the extent of the wealth of merit gained from bodhichitta, it will be easy and joyful to benefit others. For example, we believe that we are tired because we work too much. In reality we are resentful because our payment is not good enough. Imagine someone were to tell you: "I will offer you 10 million dollars if you work for me today." Would you be too tired to do it? Most likely you would be at your best behavior that day. The merit gained from giving rise to bodhichitta is a far greater wealth than 10 million dollars. Understanding the benefits of bodhichitta, bodhisattvas are tireless. When you see how your love touches others, it will become your happiness to give your happiness to others. 

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Reminders of Kindness, Compassion, and Your Own True Nature by Kyabje Garchen Rinpoche 



Translation copyright © 2012 Ina Bieler. All rights reserved. 

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17. August 2012

Vers 10: Die 37 Bodhisattvaübungen

Wenn Mütter, die seit anfanglosen Zeiten gütig zu einem gewesen sind, leiden, was ist dann der Sinn des eigenen Glücks? Demzufolge, den Geist der Erleuchtung zu erzeugen, um grenzenlos viele fühlende Wesen zu befreien, ist des Bodhisattvas Praxis.
(übersetzt nach Ari Kievs neuer Übersetzungs-Version 2012)

Seit der Zeit ohne Anfang, haben wir in der zyklischen Existenz Geburt angenommen, immer und immer wieder. In all den unermesslichen früheren Leben hatten wir Eltern.
Wenn wir die Knochen all unserer früheren Körper auftürmen würden, wäre dies größer als der Berg Meru.
Wenn wir all die Tränen, die wir geweint haben sammeln könnten, würde dies einen grenzenlosen Ozean füllen.

Da wir unendlich oft inkarniert sind, gibt es nicht ein einziges Wesen, das in einem früheren Leben nicht eines unserer Elternteile war.
 Zu dieser Zeit haben sie sich mit großer Liebe um uns gekümmert und ihr Leben, um unseretwillen, aufgeopfert. Genau wie unsere jetzigen Eltern, haben sie viele negative Taten begangen, um uns zu beschützen. Als ein Resultat dieser negativen Handlungen, leiden sie nun endlos in Samsara.
Wie könnten wir uns nur von ihnen abwenden und sie allein lassen?
Weil sie unsere Mütter sind und uns dementsprechend sehr ans Herz gewachsen sind, wollen wir, dass sie glücklich sind.

Der Wunsch, dass andere glücklich sind, ist Liebe.
Wenn Du jemanden liebst, kannst Du es nicht aushalten sie/ihn Leiden zu sehen.
Das ist Mitgefühl. Wir wünschen uns für alle anderen, dass sie frei von Leid sind.

Die Wurzel Samsaras ist der selbstanhaftende Geist.
Obzwar fühlende Wesen zahllos sind, ist Selbstanhaftung die einzige Wurzel allen Leids.

Wenn Du Liebe und Mitgefühl für alle fühlenden Wesen entstehen lässt, dann wird Dein Geist unermesslich und alles durchdringend (allgegenwärtig).
Wenn Liebe alle Wesen durchdringt, nimmt die Selbstanhaftung ab.
Auf diese Weise vollendest Du den zweifachen Nutzen für andere und Dich selbst.

Letztendlich gibt es eine einzige Grundlage innerhalb welcher alle Wesen eins sind.
Da wir mit allen Wesen auf einer absoluten Stufe verbunden sind, können wir sie mit Liebe durchdringen. Sie können tatsächlich unsere Liebe empfangen.
Zum Beispiel werden ein Hund und eine Katze, ganz natürlich nah zu einer Person kommen, mit viel Liebe, und sie werden davonlaufen, wenn jemand sehr wütend ist.
Dies ist ein Zeichen für eine einzige Basis.
Obendrein, wenn Du an andere denkst, dann denkst Du nicht an ein Selbst.

Wenn Du selbstbezogen bist, wird Dein Geist eng, wie ein Eisblock.
Aber wenn Du loslässt und Liebe zu anderen sendest, wirst Du feststellen, wie Dein Geist sich ausweitet.
Der Geist wird offen und weiträumig, wie ein riesiger Ozean oder der Himmel.

Bodhicitta ist die vorbereitende Übung, Bodhicitta ist die Hauptpraxis, und Bodhicitta ist auch das Resultat.

Somit sei mutig und gebe nicht ein einziges fühlendes Wesen auf, solange Samsara existiert.

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Erinnerungen der Güte, des Mitgefühls und Deiner eigenen wahren Natur, von Seiner Eminenz Garchen Rinpoche.

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37 Bodhisattva Practices Series

Verse 10

"When mothers who have been kind to one since beginningless time are suffering, what's the use of one's own happiness? Therefore, generating the mind of enlightenment in order to liberate limitless sentient beings is the bodhisattvas' practice."

Since time without beginning we have taken birth in cyclic existence, over and over again. In all these incalculable past lives we have had parents. If we were to pile up the bones of all our past bodies, it would be greater than Mount Meru. If we were to gather all the tears we cried, it would fill up a limitless ocean. Since we incarnated infinitely, there is not a single being who has not been our parent in a past life. At that time, they cared for us with great love and sacrificed their lives for our sake. Just like our present parents, they have committed many negative deeds in order to protect us. As a result of these negative deeds they now suffer in samsara endlessly. How could we turn our backs at them and leave them alone? Because they are our mothers, and thus very dear to our heart, we want them to be happy. The wish for the happiness of others is love. If you love someone you cannot bear to see them suffer. This is compassion. We wish for all others to be free from suffering. The root of suffering is the self-clinging mind. Although sentient beings are limitless, self-clinging is the single root of all suffering. If you give rise to love and compassion for all sentient beings, your mind will become vast and all-pervasive. When love pervades all beings, self-grasping diminishes. In this way you accomplish the dual purpose of others and yourself. Ultimately, there is a single ground within which all beings are one. Because we are connected to all beings on the ultimate level, we can pervade them with love. They can actually receive our love. For instance, a dog or a cat will naturally come close to a person with great love, and they will run away if one is very angry. This is a sign that of the single ground. In addition, when you think of others, you do not think about a self. If you are self-centered, your mind becomes narrow, like a block of ice. But when you let go and send out love to others, you will notice how your mind expands. The mind become open and spacious, like a vast ocean or the sky. Bodhichitta is the preliminary practice, bodhichitta is the main practice, and bodhichitta is also the result. Therefore be courageous and do not abandon even a single sentient being for as long as samsara exists. 

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Reminders of Kindness, Compassion, and Your Own True Nature by Kyabje Garchen Rinpoche

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