9. Juni 2012

Vers 5: Die 37 Bodhisattva Übungen


"Wenn man mit ihnen beisammen ist, nehmen die drei Gifte zu, die Praxis von Hinhören, Nachdenken und Meditieren nimmt ab, und Liebe und Mitgefühl gehen Zugrunde. Solche schlechten Freunde aufzugeben, ist des Bodhisattvas Praxis."
(übersetzt nach Ari Kievs neuer Übersetzungs-Version 2012/ Neue Version unter Leitung von Sonam Spitz 2013)
 
Man mag denken, dass bösartige Gefährten diejenigen sind, die uns hassen. Aber das ist nicht unbedingt der Fall. Aus der Perspektive des Pratimoksha-Pfades, ist ein bösartiger Gefährte jemand, der uns davon abhält Dharma zu praktizieren. Wenn wir nicht praktizieren wachsen die drei Gifte, Begierde, Hass und Ignoranz, an. Ein liebevoller Freund kann jemand sein, der dich vom Praktizieren abhält und ein Störenfried kann dir helfen zu praktizieren. 
Weiterhin ist es besser einen problematischen Freund zu haben, der an Karma glaubt, als einen erfahrenen Wohltäter, der nicht an Karma glaubt.
Wie auch immer, ein Anfänger im Praktizieren, dessen Praxis noch nicht stabil ist, könnte durch solch einen Gefährten negativ beeinflusst werden, ...zum Beispiel könnten sie anfangen zu trinken und zu rauchen ...oder Karma abzulehnen. Es ist besser solch einen Gefährten zu meiden, denn negativer Einfluss führt schlichtweg zum Anwachsen von negativem Karma.
Ein Bodhisattva praktiziert Geduld und Liebe, deshalb gibt es niemanden, der aufgegeben wird. Diejenigen, die problematisch sind, sind Wohltäter der Geduld, ...und diejenigen, die liebend sind, sind Wohltäter der Liebe.
Wenn es jemandem möglich ist, Stabilität in Geduld und Liebe aufrecht zu erhalten, gibt es keinen Grund einen problematischen Menschen auf zu geben. Ein Bodhisattva wird nicht negativ beeinflusst, und durch das Aufrechterhalten des Verkehrs mit einer problematischen Person, kann Letztere sogar sich verändern und eine bessere Person werden.
Besonders wenn wir Anfänger im Praktizieren sind, können wir in Beziehungen enden, die wir nicht verlassen können, ...besonders wenn unsere Praxis noch nicht stabil ist. Infolge von karmischen Kräften treffen sich Menschen und sind verpflichtet zusammen zu leben.
Also, was können wir unternehmen?
Wir müssen Achtsamkeit erzeugen und eher die betrübten Emotionen aufgeben, als den Gefährten. Der wahre bösartige Freund der aufgegeben werden sollte, ist die Selbst-Anhaftung. Wenn wir diesen bösartigen Freund nicht aufgeben, werden uns immer Hindernisse entgegentreten.
Einen bösartigen Gefährten aufzugeben, heißt nicht, unsere Freunde aufzugeben, die uns nerven, und zu denken, "Wir streiten uns dauernd, wir trennen uns lieber." Dies wäre ein Fehler, und wenn wir das machen, werden wir immer und immer wieder mit unharmonischen Freunden Bekanntschaft machen.
Wir sind Halter der Bodhisattva Gelübde. Wir haben versprochen Liebe, Mitgefühl und Bodhicitta für alle zu kultivieren, deswegen können wir nicht sagen "alle außer ihm.". Trotzdem müssen wir nicht falsche Sichtweisen akzeptieren. Was auch immer jemand mit falschen Sichtweisen, Begierde, Wut, oder Sektierertum sagt, ...Du solltest nicht darauf hören. 
Kurz gesagt, wir müssen unseren Geist reinigen; wenn wir Gedanken der Begierde oder Ablehnung folgen, wird unsere Liebe, unsere Güte und unser Mitgefühl verschwinden.

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Erinnerungen der Gütigkeit, des Mitgefühls und Deiner eigenen wahren Natur, von Seiner Eminenz Garchen Rinpoche.

Übersetzungs copyright der deutschen Fassung © 2012 Daniela König.

Übersetzungs copyright der englischen Fassung © 2012 Ina Bieler.
Die Zitate können an Freunde weitergeleitet werden, aber alle anderen Rechte sind vorbehalten.

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The 37 Bodhisattva Practices Series:

Verse 5 

"When evil companions are associated with, the three poisons increase, the activities of listening, pondering and meditation decline, and love and compassion are extinguished. Abandoning evil companions is the Bodhisattvas' practice."

One may think that evil companions are those mean people who hate us. But this is not necessarily the case. From the perspective of the Pratimoksha path an evil companion is someone who prevents us from practicing the Dharma. If we do not practice, the three poisons, desire, hatred and ignorance increase. A loving friend may be someone preventing your from practice, and a troublemaker may help you to practice. Furthermore, it is better to have a troublesome friend who believes in karma, than a skillful benefactor who does not believe in karma. However, a beginning practitioner, whose practice is not yet stable, might be influenced in a negative way by such a companion, for instance, they might begin drinking and smoking, or deny karma. As such negative influence leads to the increase of negative karma, it is better to avoid such companions. A bodhisattva practices patience and love, thus there is no one to be abandoned. 
Those who are troublesome are benefactors of patience, and those who are loving are benefactors of love. If one is able to sustain stability in patience and love, there is no need to abandon troublesome people. 
A bodhisattva will not be influenced negatively, and by keeping the troublesome person company, the latter may even change and become a better person. Even if we are a beginning practitioner, we might end up in a relationship that we cannot abandon, even though our practice is not yet stable. Due to karmic forces people meet and are bound to live together. So what can we do? We have to generate awareness and abandon rather the afflictive emotions than the companion. The true evil companion to be abandoned is self-grasping. If we do not abandon this evil companion, we will always encounter obstacles. Abandoning evil companions does not mean to abandon our friends who are annoying, thinking, "we always fight, we better break up." This would be a mistake and by doing that we will meet unharmonious friends again and again. We are holders of the bodhisattva vows. We promised to cultivate love, compassion, and bodhichitta for everyone, so we cannot say “everyone except him.” 
Still, we must not accept wrong views. Whatever someone with wrong views, desire, anger, or sectarianism says, you should not listen to it. In brief, we have to purify our mind; if we follow thoughts of desire and aversion, our love, kindness and compassion vanish. 

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Reminders of Kindness, Compassion, and Your Own True Nature by Kyabje Garchen Rinpoche 

Translation copyright © 2012 Ina Bieler. All rights reserved. 
The quotes may be forwarded to friends, but all other uses are reserved.

 

1 Kommentar:

  1. Vielen Dank für die kostbaren Worte und auch für die Mühe der Übertzerinnen.
    Aber eine Bitte hätte ich:
    Erinnerungen der Gütigkeit, des Mitgefühls und Deiner eigenen wahren Natur, von Seiner Eminenz Garchen Rinpoche.
    Das Wort Gütigkeit gibt es im Deutschen nicht, es heißt einfach nur Güte. Und Güte ist genau die Eigenschaft, die S.E. am besten beschreibt.

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